Ein Strahl von Ewigkeit

Jetzt ist sie (bald) wieder da – die stille, sog. „tote“ Zeit,
eine Zeit, in der wir wahrnehmen, wie die Natur sich verändert,
es kalt, grau und duster wird.
Eine Zeit, die einlädt, in uns zu gehen und innezuhalten,
unserer lieben Verstorbenen zu gedenken und für sie zu beten,
aber auch unsere eigene Vergänglichkeit in den Blick zu nehmen.
Diese Zeit kann mit Schmerz, Verdrängung, Resgination,
aber auch mit Heilung verbunden sein.
Aus Heiligen Schriften verschiedener Religionen lesen wir, dass es ganz unterschiedliche Zeiten im Leben gibt und sein dürfen – so auch die Zeit der Trauer.
Auf die eine Zeit folgt eine andere, so wie nach dem dunklen Nebel der helle Tag erwacht.
Es ist staunenswert,
wie alles geht und wieder kommt,
fällt und wieder aufsteht,
stirbt und wieder lebt.
Ganz gewiss dabei ist, dass vieles zusammenwirkt,
damit es gelingt.
So wie der Naturkreislauf viele wirkende Kräfte braucht,
so bedürfen auch wir Menschen der Unterstützung und Begleitung,
wo zwei oder drei versammelt sind, entsteht eine Verbindung,
die Geborgenheit, Wärme und Zuversicht schenkt.
Wenn Menschen füreinander da sind,
entfaltet sich die Kraft der Gemeinschaft,
Solidarität wird in ihrer ureigensten Form gelebt,
die Zeit von Trauer kann sich wandeln.
Das Ohr, das aufmerksam zuhört,
Der Mund, der heilende Worte spricht,
Das Auge, das den Menschen in seiner Ganzheit sieht,
Die Hand, die liebevoll eine andere festhält,
sie alle symbolisieren:
Ich bin für dich da.
Eine Zuwendung,
die in der Fürsorge sichtbar wird,
eröffnet neue Perspektiven,
schafft Erinnerungen, die im Herzen leben,
zeigt, wie stark und unendlich Liebe sein kann,
lässt durchscheinen einen Strahl von Ewigkeit.
Nadine Röckl, Geistliche Beirätin im Diözesanverband
