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Alles ist politisch - Gedanken zu Ostern

Nun steht es wieder bevor:

Das ganze Drama des menschlichen Lebens verdichtet in drei Tagen: Die Leidensgeschichte Jesu.

Das Leid, das Menschen seit jeher bis heute erleben, spiegelt sich darin. Die unglaubliche Grausamkeit dieses Kreuzwegs und der Kreuzigung ist uns manchmal zu bekannt, als dass sie uns am Karfreitag in all ihrer Ungeheuerlichkeit trifft.

Was uns trifft, ist aber das viele Leid, das immer auf dieser Erde herrschte und herrscht und uns derzeit überfordert.

Das Hinschauen tut weh, überfordert oder lässt abstumpfen. Manche wollen gar nicht mehr hinschauen, informieren sich nicht mehr und verkriechen sich in ihrer Welt.

Das macht das Leid nicht ungeschehen und ist nicht das, was von uns Christ:innen gefragt ist.

Jesu Passion ist politisch – seine Passion, im Sinne dessen, wofür er brannte, war eine Botschaft, die den Herrschenden nicht passte. Zu seiner Zeit herrschte eine autokratische Diktatur.

Leider sind diese Herrschaftsformen nicht Geschichte, sondern bis heute aktuell. Dahinter stecken patriarchales Denken und patriarchale Strukturen.

Was wir derzeit erleben, wovon wir vermehrt Kenntnis bekommen, wie Frauen in der realen und digitalen Welt beherrscht und ausgebeutet werden mag uns zum Verzweifeln bringen.

Wenn uns alles zu viel wird ist der Reflex des Ausschaltens, Ablenkens und Verleugnens nachvollziehbar, macht aber die Realität nicht ungeschehen. Was also tun?

Aufstehen!

Immer mehr Menschen tun es. Wir erleben große Demonstrationen und Solidarisierungen.

Das setzt Kräfte frei und befreit aus der Ohnmacht.

Aufstehen – klingt nicht zufällig nach Auferstehung.

Ostern ist der Aufstand gegen den Tod.

So vieles tötet in unserer Gesellschaft.

Wie wäre es, das Leben dagegen zu setzen?

In diesem Leben sich für Gerechtigkeit, für die Wahrheit, Anstand und Menschenrechte einzusetzen?

Dafür können wir auf die Straße gehen und es täglich im Kleinen leben.

Andreas Knapp spricht von der „weltverändernden Kraft von Ostern“. Auch dieses Jahr wird nach Ostern weiter gemordet und vergewaltigt werden.

Das beweist nur, dass die Botschaft umso entschiedener umgesetzt werden muss.

Mit uns – mit jeder einzelnen von uns!

Tanja Kemper, Bildungsreferentin im Diözesanverband

 

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