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Weitere Opfergruppe im Blick: KDFB fordert Aufarbeitung von spirituellem und sexuellem Missbrauch an Frauen

Passau, 17.12.2025

Die am 08. Dezember 2025 veröffentlichte Studie hat das Ausmaß sexuellen Missbrauchs und körperlicher Gewalt an Minderjährigen von 1945 bis 2022 im Bistum Passau offengelegt. In einer ersten Stellungnahme hatte der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) in der Diözese Passau die Aufarbeitung als wichtiges und notwendiges Signal bewertet und sich gleichzeitig tief erschüttert von den Ergebnissen gezeigt. Die aktuelle öffentliche Diskussion nimmt der Frauenbund zum Anlass, um auf ein weiteres Thema aufmerksam zu machen:
„Zur vollständigen Wahrheit gehört auch, dass es eine weitere Opfergruppe gibt: erwachsene Frauen, die in der katholischen Kirche von spirituellem und sexuellem Missbrauch betroffen sind“, sagt KDFB-Diözesanvorsitzende Claudia Seibold. Als Frauenverband engagiert sich der KDFB gegen sexuellen und spirituellen Missbrauch, insbesondere an Mädchen und Frauen. Claudia Seibold verweist exemplarisch auf das im Jahr 2020 gestartete Buchprojekt „Erzählen als Widerstand“. In diesem Buch berichten betroffene Frauen von ihren Erfahrungen mit spirituellem und sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche. „Das Buch beweist, dass es keinesfalls um Einzelfälle geht und die Dunkelziffer sehr hoch ist. Die tatsächliche Dimension lässt sich nur erahnen. Gerade daraus ergibt sich die dringende Notwendigkeit einer konsequenten Aufarbeitung.“
Die autobiografischen Berichte würden auch zeigen, dass sexueller Missbrauch im kirchlichen Kontext oftmals durch spirituellen Missbrauch angebahnt und begleitet wird. „Die Wirkmechanismen sind äußerst komplex und hängen mit Machtpositionen zusammen, die es in unserer Kirche gibt. Das muss aufgedeckt werden. Nur dann ist es möglich, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.“ Ein wichtiges Stichwort laute in diesem Zusammenhang „spirituelle Selbstbestimmung“ von Frauen.
Claudia Seibold richtet sich abschließend mit einer Forderung an das Ordinariat: „Wir fordern ausdrücklich, dass neben der Aufarbeitung des Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen ebenfalls die Aufarbeitung des spirituellen und sexuellen Missbrauchs an Frauen im Bistum Passau erfolgen muss.“

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