KDFB zum Weltfrauentag: Frauengesundheit endlich in den Fokus rücken
Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März fordert der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB), die Gesundheit von Frauen stärker in den Mittelpunkt von Politik, Forschung und medizinischer Versorgung zu stellen. Trotz Fortschritten bestehen weiterhin erhebliche Wissenslücken in der Medizin, da Forschung und Behandlung über Jahrzehnte überwiegend am männlichen Durchschnittskörper ausgerichtet waren.
„Gesundheit ist ein Grundrecht – und Frauen machen in Deutschland mehr als die Hälfte der Bevölkerung aus. Sie dürfen in der Medizin nicht als Sonderfall behandelt werden“, erklärt KDFB-Vizepräsidentin Monika Arzberger. „Solange Forschung und Versorgung sich am männlichen Standard orientieren, werden Frauen strukturell benachteiligt. Eine moderne Gesundheitsversorgung muss die spezifischen Anforderungen an Diagnostik und Therapie ernst nehmen.“
Ein zentrales Problem ist der sogenannte Gender Data Gap: Geschlechtsspezifische Daten fehlen häufig in Forschung und klinischen Studien. Erst seit 2004 ist in Deutschland gesetzlich festgelegt, dass Frauen verpflichtend in klinische Studien einbezogen werden müssen. Dennoch werden Unterschiede bei Symptomen, Krankheitsverläufen und Medikamentenwirkungen noch immer zu wenig berücksichtigt.
Der KDFB fordert eine stärkere Förderung frauenspezifischer Forschung in allen medizinischen Fächern, bessere Präventions- und Aufklärungsangebote sowie eine systematische Berücksichtigung von Geschlechterunterschieden in der Gesundheitsversorgung. Dazu gehört auch mehr Aufmerksamkeit für häufig unterdiagnostizierte Erkrankungen wie Endometriose sowie für psychische Belastungen rund um Schwangerschaft und Geburt. Darüber hinaus setzt sich der KDFB für eine Verbesserung des Mutterschutzes nach Fehlgeburten ein und fordert den gestaffelten Mutterschutz auch für Fehlgeburten vor der 13. Schwangerschaftswoche.
Weltweit ist Frauengesundheit eine drängende Herausforderung. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stirbt weltweit alle zwei Minuten eine Frau während der Schwangerschaft oder der Geburt. Um die globalen Dimensionen des Themas sichtbar zu machen, wird der KDFB im Juni mit dem Werk für Entwicklungszusammenarbeit Misereor eine gemeinsame Online-Veranstaltung mit dem Titel „Der gefährliche Unterschied: Die Auswirkungen globaler Vernachlässigung von Frauengesundheit“ anbieten.
Der diesjährige Weltfrauentag fällt zudem in eine Zeit wichtiger Wahlen: Am 8. März finden Landtagswahlen in Baden-Württemberg sowie Kommunalwahlen in Bayern statt. Am 15. März folgt die Landtagswahl in Hessen, am 22. März die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Der KDFB Landesverband Bayern ruft aus diesem Anlass dazu auf, aus dem Weltfrauentag den „Wählfrauentag“ zu machen.
Monika Arzberger betont: „Politische Entscheidungen prägen neben vielen anderen relevanten Bereichen auch die gesundheitliche Versorgung von Frauen. Wer Frauenrechte und eine gerechte Gesundheitsversorgung stärken will, sollte seine Stimme nutzen. Wir brauchen eine Politik, die die Lebensrealitäten von Frauen in allen Lebensphasen ernst nimmt.“
