Den gemeinsamen Online-Servicebereich für Führungskräfte "Mein KDFB intern" von KDFB Landesverband Bayern und KDFB Bundesverband finden Sie auf frauenbund.de.

Menü

KDFB reagiert auf veröffentlichte Missbrauchsstudie im Bistum Passau

Passau, 11.12.2025

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) in der Diözese Passau nimmt zu der am 08. Dezember 2025 veröffentlichten Studie zu sexuellem Missbrauch und körperlicher Gewalt an Minderjährigen im Bistum Passau von 1945 bis 2022 wie folgt Stellung:
„Vor dem Blick auf die Ergebnisse möchten wir deutlich machen: Die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle ist zweifellos längst überfällig. Wir bewerten es als ein wichtiges und notwendiges Signal, dass das Ordinariat bereit war, die Geschehnisse wissenschaftlich und unabhängig untersuchen zu lassen. Das möchte ich ausdrücklich betonen“, sagt die KDFB-Diözesanvorsitzende Claudia Seibold. Schließlich mache die Studie das Unrecht, das unter dem Dach der Kirche passiert sei, schonungslos sichtbar. „Das ist eine wichtige Grundlage für alles Weitere. Das Unrecht und die Verantwortlichen müssen klar benannt werden“, so Seibold weiter.
Gleichzeitig zeigt sich der KDFB von dem in der Studie aufgedeckten Ausmaß sexuellen Missbrauchs und körperlicher Gewalt an Minderjährigen im Bistum Passau tief erschüttert. „Die Dimensionen machen sprachlos. Es geht hier nicht um Zahlen und Fakten. Es geht um unermessliches Leid, das Kinderseelen angetan wurde. Die Opfer tragen diesen Schmerz ein Leben lang mit sich.“ Das Ausmaß zeige auch, dass es strukturelle Rahmenbedingungen in der katholischen Kirche gibt, die Missbrauch und seine Vertuschung begünstigen. „Das Ordinariat muss sich die Frage stellen, woran das liegt, und sich mit Machtstrukturen auseinandersetzen“, betont Claudia Seibold. Zudem müsse klar sein, dass die Studie erst ein Anfang sei. „Wir als Frauenbund fordern, dass die Verantwortlichen wirklich Verantwortung übernehmen und aus den Ergebnissen der Studie Schlüsse gezogen werden, um Kinder und Jugendliche bestmöglich zu schützen.“ Auch bereits umgesetzte Maßnahmen müssen konsequent ausgebaut und deren Wirksamkeit überprüft werden.
Claudia Seibold kündigt an, dass der Diözesanverband sich in Kürze auch zur Thematik des spirituellen und sexuellen Missbrauchs an Frauen in der Kirche äußern wird. Zum jetzigen Zeitpunkt sieht der KDFB den Schwerpunkt seiner Stellungnahme beim Leid der Kinder und Jugendlichen.

KDFB Icon
Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 144.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.
© 2026 | Katholischer Deutscher Frauenbund Diözese Passau e. V.