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Delegiertenversammlung des KDFB-Diözesanverbandes Passau Mehr Frauen in die Politik: „Nicht Frauen müssen sich ändern, sondern die Strukturen!“ – Neuwahl der Vorstandschaft

Passau, 04.05.2026

Passau, 26. April 2026 – Aufbruchsstimmung beim Katholischen Deutschen
Frauenbund (KDFB) in der Diözese Passau: Die Delegiertenversammlung am Samstag,
25. April 2026, stellte unter Beweis, dass sich der Verband weiterhin für Frauenrechte
und Gleichberechtigung einsetzt. Gleichzeitig symbolisiert die Neuwahl der
Vorstandschaft Kontinuität und frische Impulse.
Im Fokus der Delegiertenversammlung in der Niederbayernhalle in Ruhstorf an der Rott
stand die Frage, wie Bayerns Politik weiblicher werden kann. In einem energiegeladenen
Vortrag forderte Referentin Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN im Bayerischen Landtag, dazu auf, die Hürden für politisches Engagement von
Frauen in den Blick zu nehmen. Denn: „Nicht Frauen müssen sich ändern, sondern die
Strukturen!“ In diesem Zusammenhang nannte Schulze die Vereinbarkeit von Familie und
Beruf als zentrales Thema. Sie führte mögliche Änderungen aus, die auf kommunaler Ebene
viel bewirken können: Die digitale Teilnahme an Sitzungen, gestraffte Tagesordnungen mit
klarem Endzeitpunkt sowie Termine am Wochenende könnten dazu beitragen, dass es
Frauen leichter gemacht wird, in die Politik zu gehen. „Aber: Auch die Männer müssen etwas
beitragen und ihren Teil der Sorgearbeit übernehmen. Und der dritte Punkt: Es muss
normalisiert werden, dass Kinder zum Leben gehören. Dass Frauen ihr Baby oder Kleinkind
mitnehmen und dass sie mit kleinen Kindern genauso gut arbeiten können wie Männer. Das
können wir nicht politisch verorten, das müssen wir gesamtgesellschaftlich leben“, betonte
Schulze.

Doch warum ist eine deutlich stärkere Teilhabe von Frauen in der Politik so entscheidend?
Die Demokratie in Deutschland sei derzeit massiv bedroht – von außen und innen. Um sie zu
schützen und zu verteidigen, seien starke Frauen in der Politik unerlässlich. „Warum setze
ich auf Frauen? Weil wir das Kämpfen in schwierigen Situationen gelernt haben. Es ist in
unserer DNA“, betonte Schulze und verwies unter anderem auf die Frauenbewegung, die vor
mehr als 100 Jahren das Frauenwahlrecht erkämpft hatte. Davon abgesehen seien die
Kompetenzen von Frauen wichtig, um Lösungen für die aktuellen Herausforderungen zu
finden. Aus der Wirtschaft sei längst bekannt, dass gemischte Teams bessere Ergebnisse
erzielen.
Abschließend ermutigte Katharina Schulze die Frauenbundfrauen, politisch aktiv zu werden
und auch im Verband aktiv zu bleiben. Den KDFB nannte sie eine „wichtige Stimme für die
Frauen“. Die Reaktion der Delegierten: Standing Ovations. Großen Anklang fand auch die
rund einstündige Fragerunde. Sehr angeregt wurde unter der Moderation von
Bildungsreferentin Tanja Kemper über Themen wie die Streichung des Kinderstartgeldes,
fehlende Schutzgesetze für Frauen, die Finanzierung von Frauenhäusern, eine Reform des
Rentensystems, das Scheidungsrecht und die Betreuungssituation von Kindern diskutiert.

Neue Zusammensetzung der Vorstandschaft
Auf den Bildungsteil am Vormittag folgte nachmittags der Konferenzteil der
Delegiertenversammlung. Diözesanvorsitzende Claudia Seibold aus Passau dankte den
Vertreterinnen der Zweigvereine für ihr herausragendes Engagement und berichtete von
hoffnungsvollen Entwicklungen. Allein in diesem Jahr konnten bereits rund 280 Neumitglieder
gewonnen werden. Mit großer Dankbarkeit reagierte Seibold auf die Entscheidung der
Delegierten, sie in ihrem Amt als Diözesanvorsitzende zu bestätigen. Mit 153 von 154
Stimmen (eine Enthaltung) fiel die Wahl nahezu einstimmig aus. Auch Seibolds
Stellvertreterinnen Adelinde Grad aus Simbach bei Landau und Annemarie Spielbauer aus
Simbach am Inn wurden in ihrem Amt bestätigt. Neu in die Vorstandschaft gewählt wurden
Andrea Schweer aus Altötting, Maria Öllinger aus Riedlhütte und Zsofia Debelyacsko aus
Hauzenberg. Sie folgen auf Marianne Speckbacher aus Unterholzhausen bei Altötting, Gerda
Stöfl aus Kößlarn und Erika Schäffner-Hofbauer aus Wegscheid, die nach vier
beziehungsweise acht Jahren nicht mehr zur Wiederwahl angetreten waren. Der Frauenbund
bereitete den drei Frauen einen besonderen Abschied und überraschte sie mit einer „Oscar“
Verleihung, bei der die jeweiligen Stärken und Besonderheiten der ausscheidenden
Vorstandsmitglieder mit großer Wertschätzung beleuchtet wurden. Gerda Stöfl wurde zudem
eine weitere Ehre zuteil: Sie erhielt die Gisela-Nadel, mit der der KDFB-Diözesanverband
Passau seit 2014 besonderes Engagement auf Dekanats- oder Diözesanebene würdigt.

Raum für Frauensolidarität
Weitere Elemente zeichneten die diesjährige Delegiertenversammlung des KDFB
Diözesanverbandes aus. Eingeläutet wurde der Tag mit einer stimmungsvollen Andacht. Die
Vielfalt des KDFB wurde bei einem kurzweiligen Rückblick auf das vergangene Jahr mit
Streifzügen durch die Arbeit des Bildungswerks, der Kommissionen, der Eltern-Kind-Arbeit,
der Landfrauen und des VerbaucherService Bayern (VSB) sichtbar. Die Kreativität der KDFB
Frauen zeigten die Stände, an denen DIY-Künstlerinnen aus dem Verband ihre selbst
gemachten Produkte präsentierten. Des Weiteren stand die Delegiertenversammlung im
Zeichen der Frauensolidarität. Bei einer Spendenaktion für das Familienpflegewerk des
KDFB kamen fast 1.300 Euro zusammen. Gezeigt wurde zudem die „Rote-Schuhe
Ausstellung“ nach einer Idee von VSB-Diözesanvorsitzender Waltraud Lerchl. 40 Paar rote
Schuhe symbolisieren 40 Mädchen und Frauen, die 2024 in Bayern Opfer eines Femizids
geworden waren. Ergänzend machen ein Gedicht von Lerchls Tochter Antonia und ein Roll
Up auf das Thema aufmerksam. Die Ausstellung kann von Zweigvereinen ausgeliehen
werden.

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Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 144.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.
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